Mikogo – Onlinemeeting im Test
Das Dr. Web Magazin Weblog hat in einem Beitrag das kostenlose Online-Meeting-Tool Mikogo vorgestellt. Da ich ja stets auf der Suche nach adäquaten Kollaborations- und Onlinemeeting-Plattformen bin, die es mit dem Platzhirschen Acrobat Connect aufnehmen können, musste dieses natürlich auch ausprobiert werden.
Zunächst: Was ist Mikogo?
Mikogo ist die besagte Software, bei der sich online in Echtzeit bis zu zehn Menschen gegeneinander etwas präsentieren können. Dazu muss man sich eine schlanke 1 MB große Installationsdatei herunterladen und sich einen kostenlosen Account auf mikogo.com anlegen. Dies geschieht recht flott, hat aber meiner Meinung nach keinen nützlichen Zweck, da ein Administrationsbackend fehlt, in dem man seinen Kursraum editieren könnte.
Nach diesen Arbeitsschritten hat man die Möglichkeit, die entsprechenden Applikationen auszuwählen, welche man den anderen Teilnehmern präsentieren möchte – praktischerweise gleich in einem Vorschaufenster. Über die Startoptionen kann man optional seinem Kursraum noch eine entsprechende ID samt Passwort zuweisen.
Was kann man denn nun mit Mikogo alles machen?
Mikogo erlaubt es,
- mit anderen Teilnehmern seinen Desktop zu sharen,
- Dateien zur Bearbeitung bereit zu stellen,
- mittels eines Zeigerwerkzeugs relevante Bereiche zu markieren,
- seinen Desktop von (ausgewählten!) Teilnehmern fernsteuern zu lassen (so etwas bietet sich an, wenn man bspw. kurze Arbeitsschritte einer Software zeigen möchte, ohne selbst zu streamen)
Als Schmankerl – und leider einzig nennenswertes Herausstellungsmerkmal – gibt es die Möglichkeit, über eine Erweiterung für Skype, seine Kontakte für das Meeting einzuladen.
Aber das klingt doch alles toll. Und was sind die negativen Punkte?
Die gibt es durchaus. So ist es leider nicht möglich, seine Präsentationen mit Live-Audiokommentaren zu versehen oder zumindest einzuspielen. Damit bleibt dem Teilnehmer nur das Visuelle geboten, welches aber auch zu wünschen übrig lässt. Mag der optische Auftritt mit einer tigerenten-ähnlichen Giraffe und sehr puristischem Layout noch Geschmackssache sein, stören die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten spätestens, wenn der Präsentator auf einer 1280×1024-Auflösung jemandem mit einem EeePC etwas demonstrieren möchte. Man kann nämlich die Auflösung des Meetingraumes nicht verändern – und da nützt es auch nichts, dass man mit einem Rechtsklick die 100%-Seitenansicht anzeigen kann.
Als weiterer Kritikpunkt wäre anzumerken, dass man als Teilnehmer eine Extra-Software herunterladen muss, um sich an einem Meeting zu beteiligen. In Zeiten weit verbreiteter Browser-Plugins wie bspw. für Flash-Inhalte wäre die Form der Ansicht im Browser eine bessere Wahl gewesen.
Fazit: Mikogo findet für den schnellen Einstieg in die Onlinemeeting-Welt durchaus seinen Platz und kann für kleinere Präsentationen sofort eingesetzt werden. Es ist sehr einfach zu installieren und überdies noch völlig kostenlos. Die Skype-Schnittstelle ist ein sehr interessanter Ansatz, den man sich für andere Onlinemeeting-Tools wünschen würde. Wenn die Anforderungen jedoch auf richtige Kollaboration ausgelegt sind, muss Mikogo schnell die Segel streichen, ist also für den professionellen Einsatz sehr bedingt einsetzbar.
» Mikogo User Guide
» How to start a Mikogo meeting
» How to participate in a Mikogo meeting
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