Die Ponte 25 de Abril ist ein wahres Meisterwerk der Brückenbaukunst und prägend im Lissaboner Stadtbild. Nicht nur optisch, sondern auch auditiv. Je näher man ihr kommt, desto präsenter ist das allgegenwärtige Surren des Fahrbahnbelags, der u.a. aus einer Gitterkonstruktion besteht. Nicht nur deutlich in Cacilhas zu vernehmen, sondern selbstverständlich auch, wenn man unter ihr steht.
Eine ambitionierte Aufgabe nahm ich mir an einem Tag in Lissabon vor: Ich wollte die Erfahrungslücke schließen und versuchen, unter der Ponte 25 de Abril hindurchzulaufen. Schließlich habe ich das bislang noch nie getan und wusste auch nicht, ob dies überhaupt möglich ist.
Also schnürte ich nach einem ausgedehnten Frühstück mit dem obligatorischen Pfefferminztee, einem Ei-Sandwich sowie einem Bola de Berlim meine Wanderschlüpfschuhe und begab mich auf den Weg.
Wenn der letzte Lissabon-Besuch vor 2016 liegen sollte, wartet auf den Besucher eine neue Attraktion: Das Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia, kurz MAAT. Im Stadtteil Belém gelegen ist es vom gegenüberliegenden Ufer nur erahnbar. Denn es fügt sich nahtlos in die flache Uferlinie ein, ist dennoch nicht minder spektakulär.
Highlight ist neben der geschwungenen Wellen-Konstruktion das begehbare Dach, von dem man nicht nur einen grandiosen Blick auf den Tejo, sondern auch direkten Zugang zum – durch die Bahn abgeschnitteten – dahintergelegenen Bélem hat. Und mit Glück erstreckt sich auch ein Regenbogen über den Stadtteil. Aber nur mit Glück.
Dieses Zitat hat António Nobre einst formuliert und – nun ja – irgendwie hat er recht. Denn die Perle am Tejo-Ufer lockt immer wieder mit neuen faszinierenden Orten, die man noch nicht entdeckt hat. Auch wenn man schon mehrere Male dort war.

Und so kam es eines sonntäglichen November-Mittags, dass ich mich für eine Woche auf die Reise in die portugiesische Hauptstadt machte. Gemeinsam mit einer trinkfreudigen polnischen Reisegruppe, die ihre Fußballmannschaft in der Nations League unterstützen wollte.
Lesedauer 3 MinutenDie Metropolitana di Napoli ist das U-Bahn-Netz Neapels. Wobei der Begriff Netz übertrieben ist, besteht sie doch nur aus bislang einer richtigen Linie, der – man mag es kaum glauben – Linie 1. Zwischenzeitlich gab es noch die Linie 6. Diese wurde für die Fußball-WM 1990 geplant, doch aus Geldmangel nicht wirklich in Betrieb genommen wurde. 2011 wurde die Linie wieder eingestellt.
Lesedauer 7 Minuten„Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch.“ — So beschrieb es einst schon Herr Goethe auf seiner Italienreise, wo er 1787 in der süditalienischen Stadt Halt machte. 231 Jahre später wollte ich es ihm gleichtun. Goethe hatte damals keine Billigflieger zur Verfügung. Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass ich einen klaren Zeitvorteil ihm gegenüber hatte: Goethe blieb schließlich auch 13 Tage in der Stadt und ich nur 5.
Lesedauer 5 MinutenJ’étais en Toulouse le dernier semaine. Und es fing verheißungsvoll an: Strammen Schrittes ging ich morgens zur S-Bahn, die mich zum Flughafen fahren sollte. Anschlussticket: Fehlanzeige. Nachgelöst. Handgepäckaufgabe: Sprengstoffkontrolle. Bestanden. Final Call: Tel Aviv. Noch nicht von Relevanz. Also wurde der Flieger bestiegen und es ging mit den Premiumplätzen 31 Eff gen Südwesten. Prochaine arrêt: Toulouse.
Lesedauer 8 MinutenWas würde geschehen in einem Land, dessen Sprache du nicht sprichst, weil du sie noch nicht mal lesen kannst? In einem Land, das vom Rest der EU abgeschnitten ist, in der Außenwirkung von Krisen, Korruption und Kälte geprägt ist. Wo es kein bequemes EU-Roaming gibt, um mal schnell auf Google Maps den aktuellen Standort oder Restauranttipps zu checken. Versuch macht kluch, also buchte ich den Fluch Flug! Off to Kiev. Das Abenteuer begann.
Lesedauer 6 MinutenLiebes Tagebuch,
Ich verbrachte drei Tage in Vilnius, dem letzten noch offenen Spot der Hauptstädte baltischer Länder. Das Aufstehen morgens um 5 Uhr in Berlin gestaltete den Start etwas holprig, hatte jedoch den Vorteil, früh etwas von der Stadt zu haben. Also Ankunft um 10:30 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Litauens.
Lesedauer 4 MinutenIm März verbrachte ich ein paar Tage in Sofia. Und was soll ich sagen? Ich hatte selten Städte, in denen ich auch danach nicht weiß, was ich von ihnen halten soll. Sofia ist so eine. Einerseits eine wahre Perle Südosteuropas, rauh und mit dem positiven Charme des ehemaligen Ostblocks. Breite Magistralen, üppige Grünanlagen, kein aus seiner langen Geschichte gewachsenes Zentrum. Andererseits mondän, bemüht herausgeputzt und mit den üblichen Manieren westlicher Kulturen. Dazu so weltoffen, dass es sich ein Viertel der Religionen, das sogenannte „Dreieck der Toleranz“ leistet: In unmittelbarer Nähe der Kirche Hl. Nedelja schließt sich die Banja-Baschi-Moschee an, die wiederum von der Sofioter Synagoge – die nach den Synagogen in Budapest und Amsterdam der drittgrößte jüdische Sakralbau Europas ist – flankiert wird. Wundervoll. Ein Vorbild für den Rest der Welt.