Mit ähnlicher Verspätung wie die geplante Flughafeneröffnung Berlins habe ich eine längst vergessene Fotostrecke in meinen Bilderkatalogen gefunden, die – Potzblitz und Schneegestöber – noch gar nicht veröffentlicht wurde. Den Tag der offenen Tür des BER im September 2013. Historische Bildaufnahmen…
Die Glocken von Rom (Achtung, Klick auf eigene Gefahr!) gab es zuhauf, Römerlatschen eher weniger. Doch auch sonst hat Rom einiges auf den Straßen zu bieten. Romanes eunt domus? Romani ite domum! La dolce vita.
Ja, was soll man groß zum Kolosseum schreiben — steht ja eh schon alles in der Wikipedia drin. Erstaunt hat mich neben seiner Größe vor allem, in welchem Umfeld das Wahrzeichen steht. Denn im Grunde ist es nur die Insel innerhalb eines großen Halbkreisverkehrs. Fast zumindest. Und ich habe die ganze Zeit an Leben des Brian denken müssen. Lerchenzungen! Zaunköniglebern! Buchfinkenhirne!
Shopping-Malls sind aus den heutigen Innenstädten nicht mehr wegzudenken. Dachten sich wohl auch die Römer vor 2000 Jahren, die bekanntlich ihrer Zeit voraus waren und legten los. Eine der größten wurde in 1A-Lage in Citynähe aus dem Boden gestampft und es ist davon auszugehen, dass dies ohne Bürgerbegehren, privaten Investoreninsolvenzen oder Brandschutzauflagen mehr oder weniger reibungslos über die Bühne ging. Auch wenn einige Wohnhäuser dafür eingeebnet werden mussten. Aber das störte Trajan bzw. Apollodor von Damaskus nicht.
Für vergleichsweise wenig Sesterzen kommt man in Rom nicht umhin, sich auf die Suche nach selbigen zu begeben. Findige Archäologen haben hier schon ganze Arbeit geleistet und die wichtigsten potentiellen Fundstellen für den Touristen freigelegt. Doch Pustekuchen: Etwa zwei Jahrtausende und Millionen Besucher zu spät waren jedenfalls keine Münzen mehr auffindbar. Schön ist’s trotzdem dort.
Im Süden Roms herrscht eine strenge und kühle Atmosphäre. Denn dort ließ Benito Mussolini für die geplante Weltausstellung 1942 ein neues Stadtviertel errichten, welches dem neoklassizistischem Zeitgeist entsprach. Esposizione Universale di Roma (kurz EUR) orientiert sich an der klassischen römischen Stadtplanung und positioniert an neuralgischen Achsen monumentale Bauten.
Besonders beeindruckend ist das „Colosseo Quadrato“ am Rande des Viertels mit seiner überwältigenden Architektur und den überlebensgroßen Helden-Skulpturen. Und zum Abschluss noch ein wenig Partywissen: Die Anzahl der Rundbogenarkaden entspricht senkrecht dem Namen BENITO und waagerecht MUSSOLINI.
Ein ganz besonderes Schmankerl für Architekturliebhaber ist in Calheta zu finden. Auf einer senkrecht zum Meer abfallenden Klippe errichtet, ist das Kunstmuseum (Centro Das Artes) schon weithin sichtbar.
Als Architekt zeichnete sich der aus Funchal stammende Paulo David verantwortlich, der mit dem Komplex seine Heimatverbundenheit ausdrückt. Dabei kombiniert er zeitgenössische mit traditionellen Elementen: Dunkler Basaltstein spielt auf den vulkanischen Ursprung der Insel an, die klaren Formen an die natürlichen Lichtverhältnissen und die Vegetation der Insel. 2004 wurde das Zentrum eingeweiht und beherbergt diverse Ausstellungs- und Arbeitsräume, ein Auditorium für Konzerte, Filme und Theaterstücke, eine Bibliothek sowie ein Restaurant-Café.
2005 wurde Paulo David mit dem Centro das Artes für den Mies van der Rohe Award for European Architecture der EU nominiert (den Preis gewann schließlich Rem Kohlhaas mit der niederländischen Botschaft in Berlin).
Mitten durch Funchal zieht sich eine Seilbahn (Teleférico Funchal), deren Talstation sich in der Altstadt befindet und auf 3.200 Metern hinauf bis nach Monte – einem kleinen noblen Vorort – führt.
Von 1893 bis 1943 transportierte die Einwohner und Besucher zunächst eine dampfbetriebene Zahnradbahn, die Caminho de Ferro do Monte, ehe diese kriegsbedingt eingestellt wurde. Erst 1999 wurde mit dem Bau der jetzigen Seilbahn begonnen, die Eröffnung erfolgte ein Jahr später. Die Stützen mussten mitten in die städtischen Strukturen integriert werden, so dass die Gondeln auf dem Weg nach Monte dicht an bewohntem Gebiet vorbeifahren.