Architektonisches und vor allem ingeneurstechnisches Highlight ist der Airport Santa Catarina, der einzige Flughafen Madeiras. Er feiert 2014 sein 50jähriges Bestehen und bestand zur Eröffnung 1964 zunächst aus einer 1.600 Meter langen Start- und Landebahn. Bis zum Jahr 2000 wurde die Piste auf 2.777 Meter verlängert. Und jetzt kommt’s: Um die Verlängerung realisieren zu können wurden bis zu 120 Meter lange Betonpfeiler als Stützpfeiler in die Erde und den Meeresboden gerammt, um darauf dann die Betonpiste zu gießen. Äußerst eindrucksvoll – nicht nur für mich, sondern wohl auch für Menschen, die sich damit auskennen: Denn das Bauwerk erhielt 2004 den „Outstanding Structure Award“ der IABSE (International Association for Bridge and Structural Engineering).
Der westlichste Punkt der Insel Madeira befindet sich in Ponta do Pargo. Der Ausblick des Miradouros allein ist schon eine Reise dahin wert — doch Architekturfans werden jedoch ein anderes Objekt in diesem kleinen Dorf wesentlich spannender finden: Das Centro Cívico.
Unterhalb der Kirche Sao Pedro gelegen wurde es für 8 Millionen Euro errichtet und am 12. September 2006 eingeweiht. Es beherbergt die Gemeindeverwaltung, ein kleines Gesundheitszentrum sowie weitere soziale Einrichtungen. Erstaunlich jedoch ist, dass Ponta do Pargo keine 1.000 Einwohner hat, das Zentrum jedoch ziemlich großzügig und raumgreifend den Ort prägt. Kann man mögen oder nicht – für mich als Architekturfan jedoch ziemlich faszinierend.
Mit 106 Metern ist die Rappbode-Talsperre die höchste seiner Art in Deutschland. Von der Krone hat man einen wunderbaren Blick auf den Rappbodestausee und die Harzer Gehölze. Notiz am Rande: Wer auf den Klang aufheulender Motoren abfährt, stellt sich in den angrenzenden Tunnel und wartet darauf, bis wieder einer aus der Moped-Gang hindurch fährt. Denn es scheint in der Natur der Biker zu liegen, auf überdachten Straßen alle Geräusche der Maschine entlocken zu wollen.
Mitten im Selketal – fernab jeglicher Zivilisation – befindet sich das Landhaus „Selkemühle“ mit angeschlossenem Restaurant-, Hotel- und Ferienwohnungskomplex. Nachdem Versuche scheiterten, 2005 ein Land- und Reiterhotel zu etablieren, wurde das Objekt 2009 weiterverpachtet, aufgrund maroder Infrastruktur und baulicher Mängel jedoch 2013 wieder verlassen. Und so steht diese wunderschöne Anlage, welche einst sogar ein Tiergehege beherbergte, seit August 2013 leer und wird seinem Schicksal überlassen.
Mitten im Harzer Wald befindet ein tolles Objekt für Fans von Lost Places: Ein verlassenes FDGB-Erholungsheim.
Das Heim wurde 1952 gebaut und zwei Jahre später eingeweiht. Es bot 147 Gästen in 85 Zimmern Platz und wurde ganzjährig genutzt. Inmitten des Waldes nahe Gernrode wurde den Besuchern wohl allerhand geboten. Jedenfalls gab es neben den obligatorischen Klubräumen auch eine Bibliothek, großzügige Speiseräume, eine Bibliothek sowie Einrichtungen zur sportlichen Ertüchtigung. 1970 wurde das Objekt um ein Bettenhaus erweitert, womit die Kapazität auf etwa 300 Besucher aufgestockt wurde.
Nach der Wende wurde das Objekt nicht mehr genutzt und fristet nun ein einsames Dasein. Erstaunlicherweise ist es weder abgezäunt noch weitgehend durch Vandalismus zerstört. Wahrscheinlich dem glücklichen Umstand geschuldet, dass es von der Bundesstraße nicht einsehbar ist.
Zweiter Tag in Budapest: Höher, schneller und vor allem weiter. Denn am Ende des Tages standen gefühlte 30 km auf dem imaginären Schrittzähler. Zunächst ging es über das jüdische Viertel die Andrássy út – quasi der Champs Elysée Budapests entlang. Vorbei an der prächtigen Oper, Armani, Gucci und Co ignorierend hin zum Heldenplatz. Natürlich nicht abgelichtet, sondern die wesentlich spannenderen Hausfassaden und das Haus des Terrors sowie Vajdahunyad vára in einer tollen Lichtstimmung eingefangen.
Es bleibt weiterhin hügelig auf unserer Reise durch Budapest. Nachdem der Gellértberg erklommen wurde ging es weiter die Donau entlang in Richtung Burgviertel und Fischerbastei, wahrscheinlich DEM touristischen Highlight Budapests. Warum dem so ist, soll in den folgenden Bildern bewiesen werden.
Man mag von der Erweiterung der A100 halten, was man will. Jedenfalls zerstört sie vieles und erschafft gleichzeitig Neues und Spannendes.